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Diagnose Therapie Informationen aus der Industrie

Dermatologie & Allergologie

Zoster: Diagnose

Herpes zoster

Definition

Neurotrope Viruskrankheit durch Reaktivierung des in den Gliazellen der Spinalganglien persistierenden Varicella-Zoster-Virus bei Resistenzminderung des Organismus.

Klinische Charakteristik und Symptomatik

Beginn mit Erythem und lokalisierten heftigen, brennenden Schmerzen, dann gruppiert stehende Bläschen auf gerötetem Grund; Schwellung regionärer Lymphknoten. Anschließend Umwandlung der Bläschen in Pusteln, welche platzen und eintrocknen. Die Hautmanifestationen sind meist unilateral auf ein Dermatom (d. h. von hinterer Wurzel eines Rückenmarksegments innervierter Hautbereich) beschränkt. Gelegentlich treten Prodromi auf, die sich als Neuralgien im Bereich des befallenen Dermatoms und Störungen des Allgemeinbefindens manifestieren. Gesamtdauer der Erkrankung: 2–4 Wochen. Schmerzen können länger als 4 Wochen andauern (Postzosterneuritis, postzosterische Neuralgie)

 

herpeszoster01.jpg
Gruppiert stehende Bläschen auf gerötetem Grund
herpeszoster02.jpg
Bullöser Herpes zoster
Ursachen
  • meist keine unmittelbar auslösenden Ursachen für Herpes zoster feststellbar
  • erhöhtes Vorkommen bei Patienten mit Systemkrankheiten (Hämoblastosen, Tumoren) und Immunsuppression
  • Herpes zoster bei jungen Menschen muss auch an Immundefekt im Rahmen einer HIV-Infektion denken lassen
  • da in Zoster-Läsionen infektiöses Virus vorliegt, können Menschen, die noch keine Varizellen hatten, durch Kontakt mit Zoster-Patienten Varizellen bekommen
Altersverteilung

Erkrankungsgipfel 6.-7. Lebensjahrzehnt

Prädilektionsstellen
  • Thorakalsegmente (48%)
  • Zervikalsegmente (18%)
  • Nervus trigeminus (15%)
  • Lumbosakralsegmente (8%)
Diagnostik
  • Virusnachweis (Elektronenmikroskopie)
  • Nachweis von Virusriesenzellen (Tzanck-Test)
  • Nachweis von Virus-DNS (PCR)
Lokalisationsbedingte Besonderheiten

Zoster ophthalmicus

Oft schwere Verlaufsform mit starker Lidschwellung, kontralateralem Ödem, übergreifen auf Konjunktiva und Kornea (ophthalmologische Mitbetreuung nötig) sowie Nasenschleimhaut möglich

Zoster mandibularis und maxillaris

Beteiligung der Mundschleimhaut

Zoster oticus

Befall des Innenohres möglich mit Schädigung des Nervus vestibulocochlearis (Hörminderung, Schwindel) und indirekt des Nervus facialis (Fazialisparese) (Ramsay-Hunt-Syndrom)

Zoster sine herpete

Neuralgien und nachgewiesene Reaktivierung von VZV, aber Fehlen von Hauterscheinungen

Komplikationen
  • bei schwerem Verlauf hämorrhagische und nekrotische Hautveränderungen (Abheilung unter Narbenbildung)
  • auftreten segmentunabhängiger "aberrierender Bläschen" bis zum Bild des "Zoster generalisatus" (DD: Varizellen)
  • gelegentlich Beschwerden seitens innerer Organe, gelegentlich motorische Ausfälle (5% aller Patienten) mit Parese bzw. schlaffer Plegie
  • postzosterische Neuralgien (bis 10% der Patienten). Definition: Schmerzhaftigkeit im Zosterareal, die länger als 4 Wochen anhält
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Letztes Update:6 März, 2009 - 09:09